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Gleiche Not, weniger Unterstützung

Am Samstag, 28. März, fand die 18. GV des Bereins Parasolka statt. 49 Stimmberechtigte nahmen an der Veranstaltung in der Heilpädagogischen Schule in Willisau teil. Nach wie vor darf der Verein auf zahlreiche treue Spenderinnen und Spender zählen. Doch die Solidarität mit der kriegsgebeutelten Ukraine nimmt ab. 2025 nahm «Parasolka» rund 30’000 Franken weniger Spenden ein als erhofft. Dank eines soliden Eigenkapitals konnten die Projekte dennoch auf bisherigem Niveau weitergeführt werden. Lesen Sie die ganze Medienmitteilung des Vereins Parasolka unten.

Zerstörte Ambulanz am WEF

Ein zerstörter ukrainischer Krankenwagen machte am WEF in Davos darauf aufmerksam, wie brutal Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Der Krankenwagen wurde während eines Rettungseinsatzes in der Region Charkiw abgeschossen. Viele Passantinnen und Passanten zeigten sich bestürzt über den Anblick des zerstörten Rettungsfahrzeugs. Bleibt zu hoffen, dass dieses Bild auch politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger berührt hat.

Hinter der Aktion in Davos steht Parasolka-Vorstandsmitglied Michael Roffler, welcher auch dem Verein Pro Ukraïna vorsteht. Danke Michael für deinen immensen Einsatz für einen Frieden in der Ukraine.

Hier gehts zum Bericht des romanischen Fernsehens RTS: https://share.google/mcwIkljGosFrbpduwhttps://share.google/mcwIkljGosFrbpduw


 

Nothilfe: So multiplizieren wir den Spendenwert

Anfang November 2025 geht unser neuster Rundbrief an die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer des Vereins Parasolka. Trotz unverändert furchtbarer Kriegssituation halten wir daran fest, die seit Jahren aufgebauten Projekte im Bereich Behinderung weiterzuentwickeln. Im Rundbrief berichten wir über die Fortschritte. Ebenso zwingend ist aber auch, die Ukraine in ihrem vierten Kriegsjahr weiterhin mit Nothilfe zu unterstützen. Dank dem enormen Effort unseres Vorstandsmitglieds Michael Roffler konnten wir in den letzten Monaten erneut wichtige Hilfsgüter zu unserer Partnerorganisation CAMZ und von dort aus in die Kriegsgebiete liefern. Im Rundbrief berichten wir darüber, wie der Verein Paraolka diese Nothilfe leistet und wie wir die Wirkung jedes Spendenfrankens multiplizieren.



Berührende Online-Sitzungen

Der Parasolka-Vorstand trifft sich regelmässig zu Online-Sitzungen mit Nataliya Kabatsiy und Lesja Levko von unserer langjährigen Partnerorganisation CAMZ in der Ukraine. In diesen Gesprächen erhalten wir einen ebenso persönlichen wie berührenden Einblick in das Leben im kriegsgebeutelten Land und in die aktuellen Hilfsprojekte von CAMZ.

Heute Freitag, 21. August 2025, war leider erneut ein schwarzer Tag für die Ukraine. Lesja Levko berichtete, dass seit dem Treffen zwischen US-Präsident Trump und Russland-Präsident Putin in Alaska jede Nacht die Sirenen heulten. Gerade letzte Nacht führte Russland einen heftigen Angriff durch, mit Toten und Verletzten bis nach Mukatschewo ganz im Westen der Ukraine. Nicht weit entfernt liegen die beiden Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen in Vilshany und Tjachiv, welche der Verein Parasolka seit vielen Jahren unterstützt und die wir aufgrund ihrer Lage als relativ sicher betrachtet hatten. In dieser Ungewissheit zu leben, ist für alle Menschen, insbesondere auch für Menschen mit einer Behinderung, eine Tragödie.

Nichts desto hilft unsere Partnerorganisation CAMZ ihren Landsleuten an der Kriegsfront weiterhin mit Nothilfelieferungen. Doch auf Frieden wagen die Vertreterinnen nicht zu hoffen. «Wir mussten lernen, dass wir nicht auf Worte und Versprechen achten dürfen. Nur die Handlungen zählen», sagen die NGO-Vertreterinnen. Die täglichen, brutalen russischen Angriffe bis weit ins Landesinnere der Ukraine sprechen leider eine deutliche Sprache.

Der Verein Parasolka ist dankbar, mit CAMZ auf eine so zähe, ausdauernde und widerstandsfähige Partnerorganisation zählen zu dürfen. Wir unterstützen euch weiter – dank unseren treuen Spenderinnen und Spendern.
 

Erneut ein Hilfsmitteltransport ins Kriegsgebiet

Parasolka-Vorstandsmitglied Michael Roffler hat es Anfang Juli 2025 erneut geschafft, diverse Hilfsmittel und einen riesigen Stromgenerator (250 kVA) zu unserer Partnerorganisation CAMZ nach Ushgorod und von dort aus in die Stadt Bakhmach im Nordosten der Ukraine transportieren zu lassen. Das Gebiet ist nahe der russichen Grenze und der Strom fällt immer wieder aus oder wird aus Sicherheitsgründen abgeschaltet, wenn Luftalarm herrscht.

Der Verein Parasolka ist Michael Roffler und dem Verein Pro Ukraïna sehr dankbar für die komplexen Vorabklärungen und das immense Engagement für diese Transporte. Der Generator ist zwar in die Jahre gekommen, doch er ist voll funktionsfähig, wurde perfekt gewartet und hat nur wenige Betriebsstunden. Wie die anderen hochwertigen Güter aus der Schweiz wäre auch der Generator entsorgt, bezw. verschrottet worden (weil er die neusten Abgasvorschriften nicht mehr erfüllt). Für die Ukraine haben ökologische Überlegungen in der aktuellen Kriegssituation verständlicherweise zweite Priorität. Sie muss in erster Linie die kritische Infrastruktur in Betrieb halten.

Alle Hilfslieferungen aus der Schweiz – von entsorgten Schulpulten über Feuerlöscher oder Spitalmatratzen bis zu Stromgeneratoren – helfen mit, das Leben der Menschen in den Kriegsgebieten ein wenig zu erleichtern.

PS: Aktuell ist bereits der nächste, noch grössere Generator (400 kVA) in die Ukraine unterweg. Am 23. Juli ist er im Lager unserer Partnerorganisation CAMZ in Uzhhorod angekommen. Von dort aus wird er weiter in die Stadt Kherson transportiert, welche unter täglichem Beschuss durch die Russen vom linken Dnipro-Ufer leidet. Weil diese Maschinen auf ihrem eigenen Fahrgestell fix montiert sind, können Sie im Notfall rasch verschoben und flexibel eingesetzt werden.

Wie weiter nach drei Jahren Ukrainekrieg?

Die Weltlage ist schwieriger denn je. Und doch geben wir die Hoffnung auf einen gerechten Frieden für die Ukraine nicht auf. Wir laden alle Interessierten herzlich ein zur öffentlichen Veranstaltung «Von grosser Solidarität zu grosser Gleichgültigkeit – wie weiter nach drei Jahren Ukrainekrieg?» Der Anlass findet am Samstag, 12. April 2025, 15.30 bis 17.00 Uhr im Kulturzentrum «Schützi» in Olten statt. Prof Dr. Frithjof Benjamin Schenk, Professor für Osteuropäische Geschichte und Leiter Ukrainian Research in Switzerland (URIS) hält das Inputreferat. Nataliya Kabatsiy und Lesja Levko von der ukrainischen Nichtregierungsorganisation CAMZ, mit welcher der Verein Parasolka seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeitet, berichten von ihrem herausfordernden Alltag in der Nothilfe. Anschliessend Podiumsdiskussion unter der Leitung von Fabian Hägler, Chefredaktor Aargauer Zeitung. Ab 17 Uhr Apéro und persönlicher Austausch. Wir freuen uns auf viele Gäste!

Der November-Rundbrief ist online

Zwei Mal jährlich berichten wir über Aktuelles aus dem Verein. Im Rundbrief vom November 2024 erhalten Leserinnen und Leser einen vertieften Einblick in die Koordinationsreise des Vorstands vom September in die Ukraine. Im Editorial beschreibt Präsident Andreas Schmid die «Pseudo-Normalität», in welcher die Menschen in der Ukraine heute, bald drei Jahre nach Kriegsausbruch, leben müssen. Tief betroffen über die Auswirkungen des furchtbaren Krieges zeigt sich das neue Vorstandsmitglied Margrit Kottmann in ihrem Beitrag. Zum Glück dürfen wir immer auch stärkende Momente erleben. Vor genau 15 Jahren wurde die Institution Parasolka in Tjachiv dank Schweizer Hilfe eröffnet. Im Rundbrief blickt Institutionsleiterin Oksana Lukach zurück und in die Zukunft. Zudem erzählen wir die wunderschöne Geschichte der Schule Isenthal, deren Kinder den Verein Parasolka mit einem tollen Projekt unterstützt haben.

Wie geht es dir? Aus dem Alltag in der Ukraine

Mit eindrücklichen Worten beschreibt Kateryna Irkha, Politologin und Kommunikationsfachfrau unserer Partnerorganisation CAMZ, wie es ihr nach zwei Jahren Krieg geht. Sie musste feststellen, dass sie in einer eindeutigen Welt lebe, «in der es Weiß und Schwarz, Wahrheit und Lüge, Siege und Niederlagen gibt», schreibt sie. «Das liegt daran, dass eine Rakete, die auf die Ukraine abgefeuert wird, die Ukraine auf jeden Fall erreichen wird, sie ist noch nie auf halbem Weg umgekehrt.» Berührende Worte einer jungen Ukrainerin, die ihre Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit nicht aufgibt.

Nothilfe Juni 2023

Der Vorstand des Vereins Parasaolka hat am 24. Februar 2022, also zwei Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine, eine Spendenaktion lanciert. Das Echo war einzigartig. Wir haben alle SpenderInnen mit dem Juni-Rundbrief im 2022 bedient und sie über die Situation und das tolle Spendenergebnis informiert.

Trotz aller Hoffnung der ukrainischen Bevölkerung hat sich die Situation eher verschlechtert.
Der Krieg geht weiter und viele Menschen leiden unsäglich unter den gegebenen Umständen.

Unsere Partnerorganisation CAMZ vor den Ambulanzen fürs Kriegsgebiet.

Im Luftschutzkeller versteckt

«Die Situation in der Ukraine ist weiterhin schwierig. Auch in Transkarpatien gab es bereits zweimal in der Nacht Luftalarm, wo alle Einwohner*innen in den Keller mussten. Ich habe in meinem Haus einen tiefen Keller und wir versteckten uns dort.  

Es gab Raketenanschläge in Iwano-Frankiwsk, Luzk, Lwiw. Nach dem Raketenangriff in Jaworiw ist es auch hier unruhig geworden. Wir dachten, die Nähe zur Grenze kann uns schützen, aber Jaworiw ist auch nur 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Transkarpatien ist eine von sehr wenigen Regionen im Land, wo es noch keine Explosionen gegeben hat. Gerade deshalb kommen immer mehr Flüchtlinge bis nach Uzhhorod. Viele versuchen weiter über die Grenze nach Europa zu kommen. Vor allem jetzt nach Jaworiv und Nachtalarmen in Transkarpatien. 

Laut der Stadtverwaltung wurden in der Stadt Uzhhorod rund 30’000 Flüchtlinge aufgenommen. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich nicht anmelden und bei Freunden oder Bekannten wohnen. Für eine Stadt mit 120’000 Einwohnern sind das viele neue Einwohner*innen. 

Zu Vilshany: Übers Wochenende wurden 14 Menschen mit Beeinträchtigung aus einem Heim in Kryvyi Rih (Stadt im Süden des Landes) aufgenommen. Dafür hat Bogdan Kyrkyna (Leiter des Kinderheims) die zusätzlichen Schlafplätze in Physioräumen eingerichtet. Auch im Wohnheim Parasolka in Tjachiv bereiten sie sich auf die Aufnahme von Menschen aus den Regionen vor, wo es zurzeit zu Kämpfen kommt.» Zum Bild: Bewohner*innen des Wohnheims Parasolka im Luftschutzkeller. 

CAMZ-Übersetzerin Lesja Levko hat uns am Montagabend, 14. März 2022, geschildert, wie es ihr und den Institutionen geht.